Heinrich Heine

Deutschland ! Ein Wintermärchen

 

Im traurigen Monat November ist es, als Heine nach dreizehnjährigem Exil nach Deutschland hinüber reist. Das Vaterland liegt schnarchend im Winterschlaf und außer einigen Uniformstücken –die Pickelhaube wird modern – scheint sich nicht viel verändert zu haben.  „Noch magerer sind die Dünnen jetzt, noch fetter sind die Feisten ...“ Die Honoratioren lümmeln bequem im  Lehnstuhl und leiern noch immer das alte Schlaflied vom Status Quo.

Heines Reise von Aachen nach Hamburg wird eine Gespensterfahrt durch die öde Polit- und Kulturlandschaft, wo man noch immer „den Schweinen mit Lorbeerblättern den Rüssel schmückt“. Seine Erlebnisse werden geprägt durch „nackte hölzerne Wirklichkeit“ und Traumsequenzen, in welchen Heine unter anderem bei seiner Begegnung mit Rotbart-Kaiser  Barbarossa den technischen Zusammenhang zwischen Guillotine und Königen recht bildhaft erklärt. (Dies scheint dem Alten aber nicht zu behagen.) Als Heine dann noch einen orakelnden Blick in den Nachttopf einer nordischen Göttin wirft, um Deutschlands Zukunft zu erschauen, kommt es zum Fiasko. (Dass Scheiße eher braun denn rosig ist, ahnt man wohl.)

Heines Worte für die deutschen Zustände sind spöttisch und voll bissiger Ironie und er lässt keinen Zweifel an seiner Feindschaft zu ihnen. Aber es sind auch die Worte eines empfindsamen Menschen, der trotz allem dieses Land liebt. „Wegen dieser Liebe  habe ich dreizehn Lebensjahre im Exil verlebt!“

Jimy Hullerbusch erzählt und spielt Heines wohl berühmtestes Werk.